Zahlt man immer brav auf sein Girokonto ein oder verdient mehr Geld als man ausgeben kann, ist es einem wahrscheinlich noch gar nicht aufgefallen. Doch zahlreiche Verbraucher ärgern sich jedes Monatsende von Neuem. Wo der Kontostand sowieso schon tief im Bereich der roten Zahlen liegt, kommt eine Abbuchung zum Abschluss noch dazu, die besonders schmerzt. Die Bank bedankt sich für gezahlte Kontogebühren und dafür dass man heutzutage per Online-Banking und Kontoauszügen per Selbstabholung den Verwaltungsaufwand gehorsam so klein wie möglich hält, mit einer Zinsrechnung, die mit einem Zinssatz von durchschnittlich 12 Prozent zur Kasse bittet.

Wer hat Angst vorm Dispozins?

Manch einen hat das schon dazu verführt, die eine oder andere Rechnung noch in den Folgemonat hinüber zu schleppen, damit man nicht zu weit in die Miesen rutscht und der Zinsbetrag, mit dem die Bank sich die Gewährung des Dispo-Kredits abgelten lässt nicht in noch höhere Höhen steigt. Denn zwar ist die absolute Summer nun nicht gerade exorbitant hoch, für sich allein genommen. Vergleicht man aber wie lange man auf seinem Giro- oder auch Tagesgeldkonto sparen muss, bis man Zinsen in dieser Höhe erreicht ist die Diskrepanz doch beträchtlich. Die sinkenden Zinssätze werden bei Spareinlagen sofort an den Verbraucher weitergegeben. Anders beim Zinssatz für den Dispo. Hier sind die Sätze seit Jahr und Tag unverändert hoch und obwohl die Banken ein Geringes von dem, was sie von ihren Kunden verlangen für die Bereitstellung des Geldes abgelten müssen, bleiben die Zinsen so hoch wie sie aktuell sind. Die Commerzbank geht dabei mit Abstand am ruppigsten mit ihren Kunden im Disporahmen um. Nicht nur verlangt sie mit über 20 Prozent den höchsten Zinssatz von allen deutschlandweit verglichenen Banken, sondern sie berechnet ihren Kunden auch noch den Betrag von sage und schreibe fünf Euro für jede Transaktion über hundert Euro, die im Dispositionsrahmen getätigt wird.

Verbraucher sehen rot

Kein Wunder, das bei solchem Geschäftsgebaren auch der Verbraucherschutz eine Nachbesserung der aktuellen Regelungen fordert. So verlangen die Verbraucherschützer eine Deckelung des Zinssatz um der Wucherei Einhalt zu gebieten. Verbunden mit dem Leitzins soll auch der Dispo-Zins sein. Der aktuelle Vorschlag lautet für den Kreditzins: Der aktuelle Zinssatz, der so auch auf den Habenzins umgelegt wird plus fünf Prozent. Man darf gespannt sein, wann das erste Konto mit nur acht Prozent Dispo-Zins in Deutschland zu haben ist.